BUGA 2023: Die Frage der Kosten pro Quadratmeter

Wie bereits in diesem Blog berichtet, kann für die BUGA 2023 in Mannheim von einem Netto-Aufwand für die Stadt Mannheim von 71,85 Millionen Euro ausgegangen werden. Dabei sind die Kosten für einen Ankauf der Spinelli-Barracks (die Stadt rechnet hier mit rund 48 Millionen Euro), eventuelle Folgekosten sowie positive direkte und indirekte Effekte (durch z.B. Grünzug und Imagewirkung) einer BUGA nicht enthalten.

Doch welche Quadratmeterpreise ergeben sich aus dem Gesamtkostenrahmen der BUGA? Und was sind die Schlussfolgerungen daraus? Diese Fragen beschäftigten auch die Mannheimer Unternehmen beim kommunalpolitischen Dialog der IHK Rhein-Neckar am 10. April. Mit diesem Blogeintrag möchten wir zur Beantwortung dieser Fragen ansetzen und versuchen, eine Übersicht aus den verschiedenen Quellen zu erstellen.

Was sind die Grundlagen für Berechnungen der Quadratmeterpreise?

Neben der BUGA-Bewerbungsschrift und Machbarkeitsstudie, sind auch frühe Budgetplanungen Grundlage vieler im Raum stehender Zahlen. Die Kosten der jeweiligen Einzelentwicklungen, die anfangs separat gelistet wurden, wurden Anfang 2013 in einen Finanzrahmen eingebracht. Aufgrund politischer Vorgabe eines Budgetrahmens wurde die Summe in Projekt- und Regionalteilschritte aufgeteilt, sodass im weiteren Verlauf der Planung und Bürgerbeteiligung selbst Prioritäten und Alternativen entschieden werden. Es soll auch das Anspruchsdenken, dass bestimmte Flächen, Akteuren oder Anlagen bestimmte Summen zustünden, verhindern.
Einen Überblick über die alten und neuen Budgetplanungen finden Sie hier unter Anlage 3. Um deutlich zu machen, wie sich verschiedene Aussagen ergeben wird in der folgenden Übersicht mit allen Varianten gerechnet.

Was kostet eigentlich die Entwicklung von Grünflächen?

Hierzu sind keine eindeutigen Zahlen verfügbar. Natürlich unterscheidet sich jede Fläche und es kann daher nur in Spannen gerechnet werden. Ein Beispiel sei jedoch genannt:
Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz rechnet in einem Kennzahlenpapier mit Herstellungskosten von Grün- und Parkanlagen von 20 bis 70 Euro pro Quadratmeter.

Was soll die Entwicklung von Spinelli kosten?

Ausgehend von der Bewerbungsschrift der Stadt Mannheim sind für die Entwicklung der 82 Hektar großen Spinelli-Barracks (Grünzug Abschnitt 3) 48 Millionen Euro veranschlagt. Das macht einen Quadratmeterpreis von 59 Euro (1 Hektar = 10.000 Quadratmeter).
Ca. 30 Hektar werden dabei zum BUGA-Kerngebiet gehören. Laut der Finanzrahmenentwicklung zur BUGA (zu finden hier, insbesondere unter Anlage 3) waren dafür ca. 44 Millionen Euro eingeplant. Die restlichen ca. 50 Hektar Freiflächen würden entsprechend mit ca. 4 Millionen Euro entwickelt werden.
Das bedeutet einen Quadratmeterpreis von rund 147 Euro für den BUGA-Teil von Spinelli und einen Quadratmeterpreis von rund 8 Euro für die restliche zu begrünende Freifläche.

Was soll die Entwicklung des BUGA-Kerngebiets kosten?

Das BUGA-Kerngebiet würde neben den ca. 30 Hektar Spinelli 16 Hektar auf der Feudenheimer Au umfassen, deren Entwicklung mit 18 Millionen Euro in der Finanzrahmenentwicklung beziffert wurde. Daraus lässt sich ein Quadratmeterpreis von  rund 113 Euro errechnen.

Wie sieht die Diskussion aus?

Im Laufe der vielen Diskussionen um die Bundesgartenschau in Mannheim wurden auch viele Quadratmeterpreise genannt. Von 30 bis 50 Euro je Quadratmeter ist vieles im Gespräch und auch aus den vorhandenen Daten abzuleiten. Auch die Bürgerinitiative „Konversion statt BUGA“ hat einige der Aussagen und Ableitungen in Ihrem Schwarzbuch erläutert.

Aus den einschlägigen Quellen kann man vor allem die oben erwähnten Quadratmeterpreise ableiten, die sich auch aus den unterschiedlichen im Planungsprozess genannten Zahlen ergeben.

Wir sind gespannt wie Sie die Diskussion sehen: Sind Quadratmeterpreise für Sie wichtig? oder zählt vor allem der Gesamtaufwand der am Ende steht? Gehört am Ende beides zusammen? Gerne können Sie hier darüber diskutieren.

 

Über ihkrheinneckar

Die IHK Rhein-Neckar ist Dienstleister für die Wirtschaft.
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4 Antworten zu BUGA 2023: Die Frage der Kosten pro Quadratmeter

  1. Ursel Risch schreibt:

    Vielen Dank für Ihre Ausführungen zum Quadratmeterpreis und den Kosten. Es klingt so wie es ist: nämlich verwirrend. Das was uns von der Stadt als Kosten genannt wird, ist bei jeder Veröffentlichung etwas anderes. Und wenn ich es dann nachrechne, komme ich immer zu dem Schluss, dass die Gesamtkostenplanung einfach nicht stimmen kann. Das sind auch meine Befürchtungen, am Ende wird die BUGA viel teurer werden, als man versucht, uns weis zu machen.

  2. Luzie Luchs schreibt:

    Die Frage ist doch, wie belastbar die Informationen der Stadt zum Thema Kosten sind. Wer den einen Tag behauptet, man benötige 50 € pro qm und am nächsten Tag nur noch mit 30 € zur Begrünung rechnet, muss sich mit solchen Rechenkünsten den Vorwurf gefallen lassen, in Großprojektmanier die Gesamtkosten – und sei es auch nur eine Einzelposition hieraus – am Anfang und auf dem Papier bewusst herunter zu rechnen. Im Ergebnis ist es vollkommen egal, ob dank solcher Rechenkünste die Gesamtkosten steigen oder infolge der Deckelung der Gesamtkosten das versprochene Leistungsspektrum gekürzt wird. Das ist in dem einen wie dem anderen Fall Augenwischerei, wenn nicht Betrug. Während die IHK hier mit guten Hintergrunddaten versucht, Licht ins Dunkel der Kosten zu bringen (dickes Lob in Richtung IHK!), vermisse ich solche Ansätze bei der Stadt. Vielmehr werden die Kosten ganz bewusst verschleiert. Dass dies geschieht, um kein „Anspruchsdenken“ zu schüren, klingt doch verdächtig nach Scheinargument. Wenn ich Herrn Hummel übrigens richtig verstanden habe, dann beziehen sich die damals 50 (heute 30?) € neben der einfachen Begrünung Spinellis zudem noch auf Abriss-Kosten. In Anbetracht der Tatsache, dass die Gesamtbudgetierung merkwürdig verkompliziert ist (Buga-Gebiet, Nicht-Buga-Gebiet, Au – Warum eigentlich Nicht-Buga-Kosten im Buga-Investitionsplan?), stellt sich für mich die Frage, ob bei der zu erwartenden Kostensteigerung für Abriss und Begrünung (> 30 €) und Deckelung der Gesamtkosten des Projekts am Ende der Nicht-Buga-Teil Spinellis überhaupt begrünt werden kann.

    • Wenn Herr Hummel behauptet, die Abrisskosten wären dabei, Herr Eisenhauer am 30.8.13 im RNF behauptet hat, die Ankaufkosten wären dabei, dann werden die 40 Mio (laut Eisenhauer)/ 45 Mio (laut Gemeinderat) für Grünzug auf Spinelli ohne BUGA doch allmächlich ein Schnäppchen. Bei der nächsten Diskussion sind sicherlich auch noch die Kosten für die Altlasten mit dabei, und das Problem Aubuckelstraße haben wir ja sowieso (laut Eisenhauer; er mag wissen warum, ich nicht). Bezeichnenderweise sind in Kosten für Grünzug 3 der BUGA laut Herrn Schwarz, sinai GMBH, weder Ankauf- noch Abrisskosten enthalten, d.h. bei der Gegenüberstellung der Varianten mit BUGA/ohne BUGA werden schon wieder Äpfel mit Birnen verglichen. Kann man die Bevölkerung eigentlich noch mehr verarsc…. und haben diese Leute die verschiedenen Fiktionen nicht untereinander abgesprochen? Wenn sie nun im Wahlkampf versprechen: wir kümmern uns … klingt das wie eine Drohung.

  3. Das Entscheidende erscheint mir einerseits, dass die Stadt und auch der Gemeinderat mit Kosten von 50 Euro und mehr für einen Quadratmeter einfache Begrünung glaubhaft machen wollten, dass eine BUGA auf den Flächen auch nicht viel teurer würde und andererseits, dass, wenn man wirklich 50 Euro im Investitionsplan ansetzen wollte, schon allein dafür Mehrkosten gegenüber Plan von 20 Mio. anzusetzen wären. Ob die ersten Planungen bei der Elbphilharmonie wesentlich unsolider waren?

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