Positionen der IHK Rhein-Neckar zur Kommunalwahl 2014 in Mannheim – Bei Konversion die Kosten im Blick halten

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IHK Präsident Dr. Gerhard Vogel (Foto: IHK Rhein-Neckar)

Der Konversionsprozess ist eine historische Chance für Mannheim. Auf Coleman und Benjamin-Franklin-Village kann die Stadt durch ihre Planungshoheit gute Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen und Bestandsfirmen sowie Wohnmöglichkeiten für Fach- und Führungskräfte schaffen. „Ob es hierzu den Ankauf jeder Fläche braucht, hinterfragen unsere Mitglieder kritisch; denn der Konversionsprozess muss für Mannheim auch wirtschaftlich tragfähig bleiben“, drängt der IHK Präsident bei der Vorstellung der Positionen der IHK Rhein-Neckar zur Kommunalwahl 2014 im Hinblick auf den angespannten Haushalt. „Zudem vermissen wir hier die von Seiten der Stadt stets betonte Transparenz der Prozesse“, bemerkt Vogel.

 

Auch wenn städtebauliche Ziele den Ankauf von Konversionsflächen durch die Kommunen rechtfertigen könnten, seien auch die finanziellen Lasten und Risiken zu bedenken. „Kritisch ist in der Regel vor allem die Frage, ob die Flächen auch in einem vertretbaren Zeitraum und in ausreichendem Maße refinanziert werden können“, ergänzt Vogel. Der Fall Glücksteinquartier, wo die Stadt nach derzeitiger Lage ein Defizit in hoher zweistelliger Millionenhöhe ausweisen wird, sollte ein mahnendes Beispiel sein. Die Finanzierung der Konversionsflächen ist eine ungleich schwierigere Aufgabe für die Stadt. Die Wirtschaft betrachtet das Vorhaben der Stadt, die Flächen durch ihre Tochtergesellschaft größtenteils selbst zu erwerben daher kritisch und fürchtet Haftungsrisiken für den städtischen Haushalt durch die Hintertür – und damit für alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in Mannheim.

Insbesondere für die großen Gebiete Benjamin-Franklin-Village und Coleman-Barracks werde es erforderlich sein, frühzeitig private Investoren einzubeziehen, um die Risiken für die Stadt überschaubar zu halten.

Auf den Coleman-Barracks sollte der Vorschlag für einen „Green Logistic“-Park ernsthaft verfolgt werden, der durch den Einsatz alternativer Antriebstechnologien sowie einem logistischen Konzept für Betriebe auf dem Mannheimer Stadtgebiet letztlich weniger Lärm und weniger andere Emissionen durch den Lkw-Verkehr verspricht. Dadurch kann auch die Bevölkerung im Norden Mannheims von einer solchen Gestaltung profitieren. „Derartige innovative Logistiklösungen könnten zudem den Bestand innerstädtischer Gewerbestandorte und Gewerbesteuereinnahmen langfristig sichern“, verdeutlicht Vogel den Vorteil innovativer logistischer Nutzungen auf den Konversionsflächen.

Die Konversion in Mannheim ist gleichzeitig ein Auftrag für die Stadt, sich über ein gesamthaftes und integriertes Verkehrskonzept Gedanken zu machen. Durch die Herausforderungen im Rahmen der geplanten Bundesgartenschau 2023 – Stichwort Straße „Am Aubuckel“ – sowie die Anbindung der zukünftigen Wohn- und Gewerbegebiete wird das Verkehrsaufkommen in den nächsten Jahren in diesen Gebieten kontinuierlich steigen und Auswirkungen auf die gesamte Stadt haben. „Die Wirtschaft stellt sich schon die Frage, wie die Stadt diese Herausforderungen stemmen will, wenn bereits die Mittel für den Erhalt der bisherigen Straßen viel zu gering sind“, zeigt sich Vogel nachdenklich.

Die gesamte Presseinformation der IHK Rhein-Neckar finden Sie hier.

Über ihkrheinneckar

Die IHK Rhein-Neckar ist Dienstleister für die Wirtschaft.
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